
Charles Finney: Lebendige Beweise
"Ihr seid meine Zeugen", spricht der Herr, "und mein Knecht, den ich erwählt habe."
Jesaja 43.10
Warum nimmt Gott die Christen nach ihrer Bekehrung nicht aus der Welt heraus? Er möchte, dass sie seine Zeugen werden dass sie der gedankenlosen Masse vor Augen führen, wie es denen ergeht, die dem Evangelium glauben, im Gegensatz zu denen, die es zurückweisen. Aber gerade die Tatsache, dass die meisten Leute weder über ihre Sünden, noch über die Ewigkeit nachdenken, ist das große Hindernis, das der Ausbreitung des wahren Christentums im Wege steht.
Der Geist Gottes versucht ständig Menschen wachzurütteln, damit sie erkennen, dass sie verlorene Sünder sind, und dass Gott einen Plan zu ihrer Errettung hat. Manchmal benutzt Gott Zeichen und Wunder. Auf diese Weise können Wunder zu einem Instrument der Bekehrung werden. Aber aus sich selbst heraus können Wunder niemanden bekehren. Sie können nur ein Mittel sein, um die Leute aufzuwecken, und selbst das wirkt nicht immer. Würde das so weiter gehen oder allgemein zur Gewohnheit werden, hätten sie bald ihre Kraft als Mittel zur Bekehrung verloren.
Was die Welt braucht, ist so etwas wie ein ständig gegenwärtiges Wunder, dass die Aufmerksamkeit der Leute nicht nur auf sich zieht, sondern auch festhält. Etwas, das den Sünder ständig mit der Wahrheit konfrontiert, bis er vor ihr kapituliert.
Deshalb hat Gott seine Kinder überallhin verstreut, in die Nachbarschaft und unter alle Völker und Nationen, damit sie dort solche beständigen, stets gegenwärtigen Wunderzeichen sein sollten.
Was sollen Christen bezeugen?
Im Allgemeinen sollen sie die Wahrheit der Bibel bezeugen. Sie sollen darin sachkundige Zeugen sein.
Selbst der Neuling im Glauben weiß aus eigener Erfahrung, dass die Bibel wahr ist. Er mag von Atheisten Argumente hören, auf die er selbst nie gekommen wäre und auf die er keine Antwort weiß. Er wird vielleicht verunsichert, aber von seiner Grundlage kann man ihn nicht abbringen. Er wird sagen: "Ich kann dir darauf zwar nicht antworten, aber ich weiß, dass die Bibel wahr ist." Wenn ein Christ die Wahrheit in der Bibel liest, weiß er, wovon sie spricht, und er weiß, dass es die Wahrheit ist!
Im einzelnen sollen Christen dies bezeugen:
Wie sollen sie dies bezeugen?
Durch Wort und persönliches Vorbild bei jeder Gelegenheit mit Worten, hauptsächlich jedoch mit dem Leben. Christen dürfen nicht schweigen, sie sollen "überführen, strafen, ermahnen mit aller Langmut und Lehre" ( 2.Tim.4,2) Aber ihren stärksten Einfluss als Zeugen nehmen sie durch ihr persönliches Vorbild. "Taten sprechen lauter als Worte". Wo aber Worte und lebender Beweis zusammenkommen, hinterlassen sie den tiefsten Eindruck. Darum sollen sie in ihrem Alltag so leben und reden, dass man ihnen abspürt, dass sie tatsächlich der Bibel glauben.
1. Nachfolger Jesu sollen mit ihrem Leben beweisen, dass sie wirklich glauben, dass die Seele unsterblich ist.
Der Tod ist nicht das Ende ihres Daseins, sondern der Zutritt zu einer unveränderlichen ewigen Existenz. Worte ohne persönliches Beispiel werden hier nichts nützen. Alle Argumente dieser Welt werden die Menschheit nicht davon überzeugen können, dass du dies glaubst, wenn du nicht wirklich so lebst, wie du glaubst. Deine Beweisführung mag makellos sein, aber wenn du nicht entsprechend lebst, werden deine Taten deine Worte Lügen strafen. Und so bewirkt dein Zeugnis genau das Gegenteil.
2. Nachfolger Jesu sollen mit ihrem Leben beweisen, dass die Dinge dieser Welt vergänglich und unbefriedigend sind.
Dass uns dies nicht gelingt, ist das große Hindernis auf dem Weg zur Errettung der Menschheit. Nirgends ist das Zeugnis der Kinder Gottes so wichtig. Die Menschen sind so von ihren Sinnen geprägt (von dem, was sie sehen, hören, fühlen etc.) und so unentwegt mit diesen Dingen beschäftigt, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit überhaupt nicht an die Ewigkeit denken. Ein kleiner Gegenstand, den man nahe ans Auge hält, kann den ganzen Ozean verdecken. Die Dinge dieser Welt erscheinen ihrem Verstand derart vergrößert, dass sie alles andere einfach übersehen.
Gerade dieser Punkt muss praktisch bewiesen werden, und nicht zuletzt deshalb behält Gott die Christen in der Welt. Aber wirkt es nicht äußerst lächerlich, wenn sie mit den Lippen bekennen, dass dieses Erdenleben vergänglich ist, dass seine Freuden unbefriedigend und hohl sind, während ihr Besitz, Lebensstil und täglicher Wandel jedem das genaue Gegenteil beweisen? Wer soll dann ihren Worten glauben?
3. Nachfolger Jesu sollen mit ihrem Leben beweisen, dass der christliche Glaube erfülltes Leben bringt.
Christen sind aufgerufen, durch ihren Wandel zu zeigen, dass sie tatsächlich Erfüllung und Freude darin finden, Jesus zu dienen. Sie sollen so leben, als sei diese Welt nicht ihre Heimat. Sie sind davon überzeugt, dass der Himmel Wirklichkeit ist und sie erwarten, dort für immer zu leben. Was aber, wenn sie mit ihrem Leben den Beweis erbringen, dass sie nicht zufrieden sein können ohne vollen Anteil an dieser Welt zu nehmen; dass sie viel lieber auf Erden glücklich sein möchten als in den Himmel zu gehen?
4. Nachfolger Jesu sollen mit ihrem Leben beweisen, dass Sünder schuldig sind und dass die Hölle eine Realität ist.
Christen stehen unter der heiligen Verpflichtung, die Sünder ernstlich auf ihren schrecklichen Zustand hinzuweisen und sie zu ermahnen, dem kommenden Zorn zu entfliehen und das ewige Leben zu ergreifen. Aber jeder weiß, dass es darauf ankommt, wie man etwas sagt, im Innersten getroffen und überführt. Es kann dir jemand sagen, dass dein Haus brennt, und er sagt es so, dass du es überhaupt nicht ernst nimmst dann bist du der festen Meinung, dass es nicht dein Haus ist, das brennt.
Wenn ein Christ so lebt, dass er keinerlei Mitgefühl mit den Sündern um sich her zeigt, wenn sein Verhalten nicht den Ernst der Sache zum Ausdruck bringt, wie sollen sie ihm dann glauben, dass er es aufrichtig meint?
Frau, wenn du deinem unbekehrten Mann leichthin und mit einem Augenzwinkern sagst: "Mein Lieber, du bist auf dem Weg zur Hölle", wird er dir das glauben? Wenn deine Lebensart leicht und sorglos ist, zeigst du ihm, dass du entweder nicht glaubst, dass eine Hölle gibt, oder dass du möchtest, dass er dorthin kommt!
5. Nachfolger Jesu sollen mit ihrem Leben beweisen, dass der Herr Jesus Christus die Sünder liebt.
Sei ein Zeuge für die Realität der Liebe Christi, durch die Achtung, die du seiner Wahrheit, seiner Ehre, seinem Königreich entgegenbringst. Handle aus dem Glauben, dass er für die Sünden der ganzen Welt starb. Man soll dir abspüren, dass es dir ein Schmerz ist, wenn die Sünder das angebotene Heil mit Füßen treten. Dies ist der einzig richtige Weg, wie du den Sündern die Liebe Christi groß machen kannst.
Statt dessen erwecken Christen bei den Sündern oft den Eindruck, als sei der Herr Jesus Christus zu barmherzig, als dass sie von ihm etwas zu fürchten hätten. Ich habe mit Erstaunen gesehen, dass eine bestimmte Gruppe von Christen von ihren Predigern verlangt, immer nur über die Liebe Christi zu predigen. Wenn aber ein Prediger die Christen eindringlich ermahnt, heilig zu sein und für den HERRN zu arbeiten, tun sie dies als "Gesetzlichkeit" ab. Sie sagen, sie wollen "Evangelium" hören.
6. Nachfolger Jesu sollen mit ihrem Leben beweisen, dass Heiligung notwendig ist, um in den Himmel zu kommen.
Nur darüber zu reden wird nichts nützen, wir müssen heilig leben. Die Vorstellung, dass wir "auf Erden nicht vollkommen sein können", besteht schon so lange, dass viele Christen nicht einmal mehr mit Ernst danach streben, ein Leben ohne Sünde zu führen. Sie lassen sich mit dem Strom treiben. Sie leben in einer liederlichen, sündhaften, unglücklichen und gräulichen Weise, worüber zweifellos der Teufel am meisten lacht, weil dies von allen Wegen zur Hölle der sicherste ist.
7. Nachfolger Jesu sollen mit ihrem Leben beweisen, dass ein Leben der Selbstverleugnung ohne Anpassung an die Welt nötig ist.
Das wird die machtvollste Predigt abgeben, eine Predigt, die den Sündern den großen Unterschied zwischen ihnen und echten Nachfolgern Christi zeigt. Viele Christen meinen, dass die Menschen das Evangelium schneller annehmen, wenn die Christen ihre Lebensweise an die Gesinnung der Welt anpassen. Nichts ist weiter entfernt von der Wahrheit als dies. Aber es ist die Denkweise der fleischlichen und weltlichen "Christen". Und sie geben sich viel Mühe, die Leute nicht mit der Strenge und Heiligkeit des Evangeliums vor den Kopf zu stoßen.
Sie begrüßen es damit, dass man die Leute mit einer so hohen Forderung nach Umkehr und Lebens Änderung alle verteiben würde! Das scheint zunächst einleuchtend, aber es ist nicht wahr. Lass so genannte Christen weiterhin in solch laxer, oberflächlicher Haltung in den Tag hinein leben, und die Sünder werden sagen: "Ich bin doch ganz in Ordnung, Gott kann mich unmöglich in die Hölle schicken wegen der paar Unterschiede zwischen mir und diesen Christen." Nein, der einzig richtige und der Wahrheit entsprechende Weg ist es, das Christ sein und die Gesinnung der Welt in krassem Gegensatz darzustellen, sonst wirst du nie einem Sünder die Notwendigkeit zur Umkehr klarmachen können. Wenn Christen versuchen, ihren Glauben der Gesinnung der Welt anzupassen, machen sie die Rettung der Welt unmöglich.
8. Nachfolger Jesu sollen mit ihrem Leben beweisen, dass sie ein Zeugnis sein sollen durch ihre Sanftmut, Demut und eine Gesinnung, die des HERRN würdig ist.
Das Volk Gottes sollte immer die Wesensart ausstrahlen, die der Sohn Gottes hatte, der, "als er geschmäht wurde, nicht mit gleicher Schmähung antwortete, und als er litt, keinerlei Drohungen von sich gab, sondern sich dem übergab, der gerecht richtet" (Petrus 2,23).
Wenn sich jemand Christ nennt und reizbar ist, keine Beleidigung hinnehmen kann, all zu schnell in Wut gerät oder mit denselben Mitteln zurückschlägt wie die Welt, wie sollen da die Leute glauben können, dass Veränderung des Herzens möglich ist? Solch ein Mensch widerspricht doch offensichtlich dem Evangelium! Aber nichts macht einen tieferen Eindruck auf den Sünder und nichts drückt härter auf sein Gewissen, als wenn er sieht, dass ein Christ wahrhaft christusähnlich lebt und Beleidigungen mit der Wehrlosigkeit eines Lammes erträgt. Das trifft wie ein zweischneidiges Schwert!
9. Nachfolger Jesu sollen mit ihrem Leben beweisen, dass ein Christ absolut wahrhaftig sein muss.
Das gilt für jeden Lebensbereich. Die bestehende Unehrlichkeit in der Gemeinde Jesu ist zum Fluch für die Welt geworden.
Wenn du durch dein Leben andere Menschen positiv zum Glauben hin beeinflussen möchtest, musst du ehrlich sein, absolut ehrlich, im Geschäft, in der Politik, in allem, was du tust. Was werden die Ungläubigen über deinen Glauben denken, wenn du dich mit ihnen für eine Sache zusammentust, in der sie bewusst eine schmutzige Rolle spielen? Es wird für sie feststehen, dass du ein Heuchler bist!
Einige wichtige Anmerkungen
1. Christen sollten sich nicht darüber wundern, dass die Sünder weder über den Zustand ihrer Seele noch über die Ewigkeit nachdenken. Diese Gedankenlosigkeit kommt nicht von ungefähr. Sie sind so mit ihren Geschäften, ihrem Vergnügen und den Dingen dieser Welt beschäftigt, dass sie als letztes in der Bibel nach der Wahrheit suchen würden. Ihre Gefühle werden nur von den diesseitigen Dingen bewegt, weil sie allein ihren Geist unmittelbar ansprechen. Aber es gibt so wenig, was ihnen hinsichtlich der Ewigkeit unter die Haut geht oder was ihnen die Wahrheit über Gott nahe bringt. Wenn sie gezwungen wären, über diese Dinge nachzudenken, wären sie zutiefst bestürzt. Aber sie denken einfach nicht darüber nach, sie kümmern sich keinen Deut darum und werden das so lange nicht tun, wie nicht Menschen Gottes aufstehen und ihnen davon Zeugnis ablegen!
Aber sieht man die Mehrzahl der Christen und wie sie leben, so scheint es, dass sie Zeugen für die Gegenseite sind! Gott hat seine Sache uns Menschen anvertraut und es seiner Gemeinde, seinen Zeugen, übergeben, in seiner Sache Zeugnis abzulegen. Und was geschieht? Sie drehen sich um und unterstützen die Gegenseite! Ist es da ein Wunder, dass die Sünder gar nicht erst hinhören?
2. Jetzt erkennen wir, warum so viel Predigen unserseits so wenig ausrichtet und warum so viele Sünder sich gegen das Evangelium verschließen. Wenn die Gemeinde Jesu auch nur eine Woche so leben würde, als ob sie der Bibel glaubte, würden die Sünder richtiggehend zusammenbrechen und Gott die Ehre geben.
Wenn ich ein Rechtsanwalt wäre und meine Zeugen würden mir ins Gesicht hinein widersprechen was würde dann noch alles weitere Reden nützen? Mein Plädoyer wäre zwecklos!
Und doch gibt es Prediger, die jahrelang einer kalten, stumpfsinnigen Gemeinde predigen, die Gott verunehrt. Vergebens halten sie die großen Wahrheiten der Bibel hoch, während jedes Mitglied diese Wahrheiten mit seinem Leben in Lüge verkehrt. Und diese Prediger glauben auch noch, es sei ihre Pflicht, so weiterzumachen. Was heißt hier Pflicht! Dass ein Prediger einer Gemeinde predigt, die seine ganze Arbeit zu nichte macht, seinem ganzen Zeugnis widerspricht und sich nicht ändern will? Nein! Er soll den Staub von seinen Füßen schütteln als Zeugnis gegen sie und in die Außenmission gehen oder sich eine neue Predigtstelle suchen. Der Mann vergeudet seine Kraft und macht sich kaputt für eine schlafende Gemeinde, die allen Sündern bezeugt, dass keine wirkliche Gefahr besteht.
3. Es ist klar: Entweder beginnt die Gemeinde Jesu neu ihr Leben nach der Bibel auszurichten, oder die Welt wird sich niemals bekehren. Viele Gemeinden verlassen sich darauf, dass ihr Pastor alles für sie erledigt. Nach der Predigt sagten sie: "Das war wieder eine vollmächtige Predigt! Gut, dass wir so einen Pastor haben. Solches Predigen muss einfach Auswirkungen haben. Wir stehen vor einer Erweckung!" Ich sage dir, wenn sie sich darauf verlassen, dass durch das Predigen alles kommen soll, werden sie Schiffbruch erleiden. Selbst wenn ein Apostel von den Toten aufstehen und predigen würde ohne die Gläubigen als Gottes Zeugen wird es keinerlei Auswirkung haben.
4. Jeder Christ hat eine Ausstrahlung, entweder zugunsten der einen Seite oder zugunsten der anderen. Sein Aussehen, seine Kleidung und sein ganzes Auftreten hinterlassen immer einen Eindruck, so oder so. Er kann es gar nicht verhindern. Immer ist er ein Zeugnis für oder gegen Gott. Entweder sammelt er mit Christus, oder er zerstreut. Mit jeder Bewegung schlägst du Akkorde an, die in Ewigkeit weiter klingen werden. Bei allem, was du tust, berührst du Saiten, deren Klänge widerhallen werden über alle Höhen des Himmels und durch alle Abgründe der Hölle. In jedem Augenblick deines Lebens übst du einen gewaltigen Einfluss aus, der das ewige Schicksal von Menschen um dich her mitbestimmen wird. Du bist einer jener "Briefe erkannt und gelesen von allen Menschen" (2. Korinther 3,2).
5. Es ist leicht einzusehen, warum es keine dauerhaften Erweckungen gibt. Wie sollte es auch? Sieh dir Gottes Zeugen an: Wofür stehen und zeugen sie? Meinst du, ich hätte eine so unrealistische Einschätzung meiner Fähigkeiten, dass ich glaubte, ich könnte allein durch meine Predigten eine Erweckung herbeireden, während du so weiterlebst wie bisher? Weißt du nicht, dass du, so weit dein Einfluss reicht, mit vielen anderen einer Erweckung direkt im Wege stehst? Dass du mit deinem ganzen Geist und Leben einen Einfluss auf die Welt ausübst, der im Widerspruch zur Wahrheit steht? Du widersprichst dir selbst, ihr widersprecht einer dem andern, ihr widersprecht eurem Prediger. Und die Summe aller eurer Zeugnisse ist: Es ist überhaupt nicht nötig, ein heiliges Leben zu führen!
Glaubst du, dass ich hier die Wahrheit gesagt habe, oder waren das nur irre Phantasien eines zerrütteten Geistes? Wenn ich aber die Wahrheit gesagt habe, erkennst du dann auch, dass sie gerade DICH betrifft? Du sagst vielleicht: "Dieses Traktat verteile ich in meiner Gemeinde! Das müssen sie lesen!" Aber ich predige nicht fernen Leuten, ich predige DIR!
6. Zum Schluss noch dieses: Gott, und mit ihm alle wahren Jünger Jesu, haben großen Grund, dieses falsche Zeugnis zu beklagen. Gottes ausgesuchte Zeugen wenden sich um und zeugen rundweg gegen ihn! Sie erklären durch ihr Verhalten, dass im Evangelium nicht die Wahrheit ist. Der Himmel trauert, und die Hölle freut sich, das zu sehen. Ach, welch riesengroße Schuld laden die falschen Zeugen auf sich! Ich sehe, wie du auf das Gericht zugehst, Blut klebt an deinen Händen. Verlorene Sünder werden dort auf dich warten sie haben gesehen, wie du gelebt hast. Viele sind jetzt bereits tot, und viele andere wirst du in diesem Leben nicht mehr wieder sehen. Was hast du für einen Einfluss gehabt! Hunderte von Seelen werden dir vielleicht am Tag des Gerichts begegnen und werden dich verfluchen (falls es ihnen erlaubt ist zu reden), weil du mit deinem Leben ein Zeuge gegen die Wahrheit des Evangeliums warst und ihnen dadurch in die Hölle geholfen hast. Was wird aus deiner Stadt, was wird aus der ganzen Welt werden, wenn die Gemeinde Jesu sich darin einig ist, Gott mit ihren Taten einen Lügner zu nennen? Sie bezeugen mit ihrem Leben, dass ein kurzes Gebet und ein anständiges Leben Religion genug sind. Oh, was für eine Teufelslehre ist das! Sie reicht aus, um das ganze Menschengeschlecht zu ruinieren!