
Jesus fragt "Was seid ihr besonderes?"
„Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seit eures Vaters im Himmel. … Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist."
Math 5, 46 48
Eine junge Frau sagte mal zu mir: "Ich bin nicht bekehrt und weiß auch nicht was das ist, aber ich weiß, dass es Gott gibt." Ich war verwundert und fragte wie sie darauf kommen würde. Sie sagte: "Wenn ich in eure Gemeinde komme, dann sehe ich Junge und Alte, Deutsche und Ausländer, Biker. Hiphopper und Technos, Leute aus höheren Gesellschaftsschichten und Normalos. Ich verstehe nicht, was ihr gemeinsam habt, ich kann nicht sehen, was euch verbindet. Und das was ich nicht sehen kann, das muss Gott sein!"
Ich war verblüfft, aber nicht der Heilige Geist. Er erinnerte mich in dem Moment an Joh 17, 20 - 23 "…damit sie alle eins seien. Wie du Vater in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast… und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst."
Menschen, die äußerlich nichts gemeinsam haben, bilden die Gemeinde Gottes, weil sie Gott gemeinsam haben. In der äußerlichen Vielfalt wird die Einheit untereinander mit dem unsichtbaren Gott sichtbar! Das gibt es in der Welt nicht. Weltliche Menschen halten es nur in Interessengemeinschaften aus, wie z.B. Fußballvereinen oder Motorradclubs, oder Familienverbänden, usw. Aber dass Menschen ohne gemeinsames Hobby und familiäre Bindungen oder gemeinsame nationale Identität oder weltliche Ziele zusammenkommen gibt es nur im Weltwunder: Gemeinde.
Die Gefahren in denen die Gemeinden stehen:
Kein Wunder, dass Satan dieses kraftvolle Zeugnis der Gemeinde vernichten will, indem Christen aus einer lebendigen Gemeinde einen Kulturverein oder eine Interessengemeinschaft oder einen einheitlichen Kleiderschrank machen.
Bei einer Evangelisation luden wir eine Verkäuferin eines Geschäftes zu den Abenden ein. Sie betrat voller Erwartung das Gebäude, stutzte und ging wieder. Am nächsten Tag besuchte mein Übersetzter die Frau in ihrem Geschäft und fragte sie, warum sie ging. Sie sagte: "Ich fühlte sofort die Blicke der Menschen auf mir, weil alle Frauen dort Röcke trugen und ich eine Hose anhatte." "Merkt ihr nicht das Satanische hinter diesen gesetzlichen Kleiderordnungen?" Das fragte ich dann am nächsten Abend die Gemeinde. Wie viele suchende Menschen wurden schon auf diese Art und Weise von Gemeinden ferngehalten oder herausgeekelt, die sich auf "Trachtenvereine" oder "Kulturverbände" reduziert haben und dabei um die rettende Botschaft gebracht? Die Gemeinde war betroffen und tat Buße. Als ich das darauf folgende Jahr eingeladen war, gab es diese Gesetze nicht mehr. An der Oberfläche der Kleider liegt das Problem ja nicht, sondern etwas tiefer an der gesetzlichen Lieblosigkeit, Selbstgerechtigkeit Unbarmherzigkeit, Verständnislosigkeit.
Die Liebe zu Gott, dem Nächsten und dem Feind erkaltet. Viele Gemeinden meinen, natürliche Sympathie oder Interesse oder Neugier zu manchen Menschen sei schon die Liebe von der Gott spricht, aber das ist ein fataler Irrtum: Das ist Satans Attrappe: Sympathie stolpert früher oder später über Enttäuschung und steht in Antipathie wieder auf. Wer Sympathie für einen empfindet, kann auch immer andere aufzählen, die ihm unsympathisch sind. Das hat nichts mir der Liebe zu tun, die Jesus fordert und in uns wirken will. Interesse an bestimmten Szenen oder Menschen wird schnell verloren, wenn die Neugier befriedigt ist. Motivationen dieser Art sind nicht geistlichen Ursprungs. Jesus spricht davon, dass jeder Heide das gleiche Empfinden hat. Das ist Heidenniveau!
Wo sind die Kinder Gottes, die dem Anliegen und Geist des Vaters Raum geben und die Feinde lieben und sich nach ihnen sehnen und Gott darum bitten, dass diese zum Glauben kommen, am besten durch das eigene Zeugnis der Liebe, damit sie gemeinsam den Gott preisen, der versöhnt und erneuert? Wo sind die Menschen, die nicht nur für ihre "Lieben" bitten, sondern für die eigenen Feinde, unsympathische Typen, die Gott auch liebt und die ihnen Gott in die Gemeinde geben will? Vielleicht denkst du: "Das ist doch unmenschlich!" Das soll es ja auch sein "Damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel" Als Kinder Gottes sollen wir eine göttliche Liebe und Haltung nicht vermissen lassen. "Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist"
Hier merken wir, dass Liebe nicht zuerst ein Gefühl ist oder Sympathie, sondern eine freiwillige verantwortliche Entscheidung zur Hingabe an Gott und sein Ziel die Feinde mit sich zu versöhnen.
Wir sprechen hier nicht gegen Zielgerichtete missionarische Einsätze von Gemeinden oder Organisationen in bestimmten Szenen. Solche Einsätze sind richtig und wichtig. Um was es uns aber geht, sind ungeistliche Herzenshaltungen. So viele Gemeinden wollen nur eine bestimmte Zielgruppe erreichen und verschließen dabei, vielleicht auch unbewusst, ihr Herz vor anderen Menschen und dem Nächsten. Ein Bekannter von mir ging mal, in einem schönen Anzug, eine Gemeinde besuchen. Da teilte man ihm stolz mit, dass man ein Gemeindeprofil entworfen habe und dass man eine bestimmte Sorte Menschen ansprechen wolle. Hinter vorgehaltener Hand sagte man ihm dann, "dass man keine Bauern erreichen wolle." Die Menschen dort schnallten nicht, dass mein Bekannter Landwirt von Beruf ist. Ist das Gemeindeniveau nach Gottes Willen?
Wenn solche Gemeindeprofile die Runde machen, was machen wir dann mit den suchenden oder bekehrten Bikern? Die hat nämlich keiner auf seiner Gemeindeprofilrechnung! Wir haben biblische Verheißungen und damit allen Grund einen geistlichen Aufbruch unter den Bikern zu erwarten. Viele Biker in eurer Umgebung haben bereits eine Bikerbibel. Werdet ihr für sie beten und sie mit Liebe und offenen Armem empfangen, wie der Vater den verlorenen Sohn? Bitte nimmt dieses Anliegen in euer persönliches Gebet und eure Gebetsversammlungen! Und ermuntert die Verantwortlichen eurer Gemeinde, das in der Gemeinde zu thematisieren.